20 Herrenberger Judoka sorgen für Medaillen-Regen in Steinheim

Das traditionell im März stattfindende Judoturnier in Steinheim zählt zu den Veranstaltungen, die besonders viele Judovereine aus Württemberg anzieht. Es hebt sich deutlich von klassischen Meisterschaften ab, bei denen ausschließlich in festen Gewichtsklassen gekämpft wird. In Steinheim hingegen werden beim sogenannten Gürtelfarbenturnier zusätzlich die Gürtelgrade berücksichtigt. Dadurch treffen höher graduierte Judoka auch mal auf schwerere Gegner mit niedrigerem Gürtelgrad und umgekehrt. Diese besondere Wettkampfform bietet ideale Bedingungen, um sich mit Sportlern auf ähnlichem Leistungsniveau zu messen. Eine Chance, die sich auch über 20 Judoka aus Herrenberg nicht entgehen ließen.

Am Samstag gingen zunächst die Jüngsten auf die Matte. Liliane Stesel gab dabei ihr Wettkampfdebüt und überzeugte vor allem im Bodenkampf. Mit geschickten Haltegriffen konnte sie mehrere Begegnungen für sich entscheiden und sicherte sich am Ende einen starken dritten Platz. Ebenfalls über Bronze freuten sich Nike Wawrzinek, Nora Kübler, Lucien Groß und Mats Hagenlocher. Der amtierende württembergische Meister Julius Pflieger ließ in seinen ersten Kämpfen keine Zweifel an seinen Ambitionen aufkommen: Mit schnellen und entschlossenen Aktionen brachte er seine Gegner jeweils frühzeitig zu Fall und gewann stets vorzeitig. Erst im Finale musste er sich geschlagen geben und belegte Rang zwei. Auch Henri Vas erreichte einen hervorragenden zweiten Platz.

Besonders erfolgreich waren die Geschwister Behringer: Simon Behringer dominierte bei seinem ersten Turnier alle vier Kämpfe und gewann jeweils innerhalb kürzester Zeit – der verdiente Lohn war die Goldmedaille. Sein Bruder Tom stand ihm am Nachmittag in nichts nach und sicherte sich ebenfalls souverän den ersten Platz.

Mit einer insgesamt erfreulichen Zwischenbilanz verabschiedete sich die jüngere Mannschaft des Judo-Club Herrenberg am Samstagabend, während am Sonntag die Altersklassen U15 und U18 ins Geschehen eingriffen. Mia Widlowski knüpfte mit einem dritten Platz an die Erfolge des Vortags an, nachdem sie ihre Gegnerin im entscheidenden Kampf mit einer Hüfttechnik besiegen konnte. Auch Benjamin Krischke, Philipp Hiller und Rostyslav Svystak erkämpften sich denselbigen Podestplatz.

Während sich auf Matte Drei bereits die u18 für ihre Kämpfe aufwärmte, hatten die Herrenberger Coaches Lukas Bohnet und Henrik Riester auf den übrigen Matten noch allerhand zu tun. Auf Matte Eins erhöhte zunächst Konrad Weber, später Mika Braun und abschließend Benaiah Weiss durch eine Vielzahl gelungener Aktionen den Counter der Herrenberger Silber-Medaillen. Parallel brillierte Henry Wais auf benachbarter Matte: Mit seiner Spezialtechnik „Harai-goshi“, zu Deutsch Hüftfeger, fegte er im wahrsten Sinne des Wortes die Konkurrenz der Reihe nach von der Matte. Ein lumpenreiner Auftritt von fünf aufeinanderfolgenden Siegen beschertem dem Talent des JC Herrenberg mehr als verdient die Gold-Medaille.

In der Altersklasse U18 setzten Matthias Bergstreiser und Timofey Kryzhanovskyi den erfolgreichen Auftritt fort. Beide entschieden zahlreiche Kämpfe insbesondere durch Würgetechniken für sich. Während Bergstreiser am Ende den zweiten Platz belegte, gelang Kryzhanovskyi auch im Finale ein entscheidender Würgegriff, der seinen Gegner zur Aufgabe zwang und ihm die Goldmedaille einbrachte.

Insgesamt präsentierte sich der Herrenberger Nachwuchs in starker Form: Fast alle Starter schafften den Sprung aufs Podium – eine Bilanz, die das Trainerteam zufriedenstellt. Gleichzeitig müssen die Ergebnisse richtig eingeordnet werden. Durch die Berücksichtigung der Gürtelgrade herrschen in Steinheim andere Bedingungen als bei offiziellen Meisterschaften, wo es dann unter Umständen auch gilt, sich gegen deutlich erfahrenere Mitkonkurrenten durchzusetzen.